Unitheater Konstanz: “Roberto Zucco” von Bernard-Marie Koltes

By dorotapilas

Endlich habe ich mir ein modernes Stück angeschaut, und zwar von Universitätstheater. Ein sehr komisches Gefühl taucht auf, wenn man teilweise bekannte Gesichte unter den Schauspielern auf der Bühne erkennt. Sie sind nicht mehr Kommilitonen aus Seminaren, sondern verschiedene anderen Gestalten, die nur bekannt vorkommen und so sollte man sie behandeln – nicht unter den Gesichtspunkt ihrer Referate..

Nun, zum Thema. Die Stück ist eine Geschichte eines jungen Mannes, der seine Eltern, einen 14-jährigen Jung und einen Polizisten umgebracht hat und ist auf der Flucht vom Gefängnis. Warum hat er diese grausamen Taten begangen? Schwer zu sagen, wo er doch Träume eines normalen Jugendlichen zu haben scheint. Er sagt aber, dass er durchsichtig sein möchte, am besten wenn er ein Hund wäre, dem niemand Acht gibt, und das ist vielleicht diese Kleinigkeit, die zeigt, dass ihre Psyche anders ist.

Bei seinen Morden zeigt sich, wie andere Leute sich in Situationen der Lebensbedrohung benehmen. Sie kümmern sich nämlich nur um eigene Haut. Wenn Roberto bei einer Geiselnahme einer Frau und ihrem Sohn mit dem Tod droht, schauen nur die Anderen und kommentieren. Ist das nicht eine perfekte Darstellung des Heideggerschen Man? Diese Zweideutigkeit und Gerede der Öffentlichkeit, das Wiederholen von leeren Worten, die man sagt, aber die in der Wirklichkeit niemanden betreffen. Ist der Roberto nicht ein Dasein insofern, als er sich selbst sucht und nach eigenen Prinzipien leben will? Erschreckende Gedanken…

Roberto war nicht für diese Welt geschaffen. Die Szene, in der er nackt die Sonne anschaut hat eine vieldeutige Auslegung. Seine Nacktheit zeigt die Situation des Menschen, auseinandergesetzt mit etwas Größeres als nur mit dem Alltag, vielleicht sogar mit dem Allmächtigen. Er tötet und hat kein Mitleid, ist aber auch in diesem Sinne autodestruktiv. Gibt es ein Chance für seine Erlösung?

„Roberto Zucco“ ist ein sehr interessantes Stück, das viele Problemen berührt. Das es nicht alle profi Schauspieler mitgemacht haben konnte man erkennen, aber das hat mir nicht gestört. Ich freue mich schon auf eine nächste Gelegenheit, etwas von der Repertoire des Unitheaters zu sehen.

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