Durs Grünbein: Lesung, Uni Konstanz 17.04.2008

By dorotapilas

Durs Grünbein ist ein Deutscher Dichter, der einmal trotz seiner Wille zur DDR Schriftellern gezählt wurde. Geboren 1962 in Dresden, lebt in Berlin und ist neulich ein Kunstprofessor an der Kunstakademie Düsseldorf geworden, wurde mit sehr vielen berühmten Preisen gekrönt.

Ein gut aussehender Man, über 40, schwarz gekleidet, mit schicken Brillen auf der Nase. Er liest seine Gedichte und Kommentare und schluckt inzwischen das Mineralwasser.

Auf die Frage von der Zuhörerschaft, ob er tatsächlich als poeta doctus gelte, antwortet mit dem Kopfschütteln. Dann aber zufügt, dass er eigentlich nichts gegen solche Beschreibung hat.

Die Themen, die in Grünbeins Dichtung berührt werden sind sehr umfangreich. Da tauchen zusammen auf: der Krieg, die Errinnerungen von der Kindheit, Elegiern für seine Grosseltern, das Leben der Philosophen Pascal und Descart, altertümliche Motiven…

Poesie ist das schlechte Gewissen der Literatur. Mit diesen Worten hat Durs Grünbein seine Lesung angefangen. Was er damit aber gemeint hat, habe ich nicht völlig verstanden. Ist sie in der Tat die Darstellung dessen, was Literatur nicht bekennen will? Das Nachdenken darüber, was sie falsch gemacht hat? Vielleicht im Sinne, dass sie sich nicht bemühen muss, um Leser anzulocken und irgendwelche Standards zu folgen. Aber sowieso gilt Poesie als Hobby nur einer geringer Gruppe von Enthusiasten.

Durs Grünbein hat mich nicht überzeugt. Aber das kann natürlich daran liegen, dass die Poesie in einer Fremdsprache zu verstehen, ist eine ganz schwere Aufgabe. Ich habe es nur teilweise geschafft.

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2 Responses to “Durs Grünbein: Lesung, Uni Konstanz 17.04.2008”

  1. Blaufuß Says:

    Wenn Durs Grünbein die Poesie das “schlechte Gewissen der Literatur” nennt, so meint er damit den Stellenwert, der ihr innerhalb der literarischen Öffentlichkeit zugestanden wird. Was er im Kontext der Lesung meinte, ist, dass die Poesie das “Sorgenkind” der Literatur ist, dass sie vernachlässigt und übersehen wird, dass kaum jemand Lyrikbände kauft. Im Allgemeinen schätzt man Gedichte, aber man gibt ihnen keinen größeren Stellenwert. Man betrachtet sie oft als eine nette Beigabe, aber sieht ihren eigenständigen Wert nicht.
    Ich glaube, dass Grünbein mit seinen Worten dies ausdrücken wollte. Aber der Dichter wählte genau diese Worte, weil er keine einfache Antwort servieren möchte, sondern zum Nachdenken über den Stellenwert der Lyrik anregen will – was ihm ja offensichtlich gelungen ist.

  2. dorotapilas Says:

    Ja, das ist eine interessante Stellungsnahme und wahrscheinlich hat er in der Tat genau das gemeint. Aber ich habe es mir ueberlegt, ob man wirklich Prosa mit Poesie vergleichen kann. Das sind ja ganz andere Kategorien und beduerfen auch einen anderen Ansatz. Poesie ist Wert an sich und braucht nicht anderen Zwecken dienen, wie es oft im Fall von Prosa passiert. Ich finde, dass es keine gute Idee ist, anderen um jeden preis bewusst zu machen, warum sie mit der Poesie begeistert werden sollten. Sie war doch immer elitaer, und es muss sich auch nicht aendern.

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